HIV und AIDS

HIV ist eine Abkürzung für menschliches Immunschwäche-Virus. HIV schädigt das Immunsystem, welches den Menschen eigentlich vor Krankheiten schützen soll, und kann ohne Behandlung später zu AIDS führen. AIDS steht für erworbenes Immunschwäche-Syndrom.

Woran kann man merken, dass man sich angesteckt hat?



Eine Infektion mit HIV kann sehr unterschiedlich verlaufen. Viele Menschen haben wenige Wochen nach der Ansteckung für eine kurze Zeit zum Beispiel grippeähnliche Symptome. Andere bemerken nichts. Oft bleibt die Infektion dann jahrelang unbemerkt. Das HI-Virus bleibt aber im Körper und breitet sich weiter aus. Deshalb besteht die Gefahr, andere Menschen anzustecken.

Das Immunsystem wird mit der Zeit schwächer, bis der Körper sich irgendwann nicht mehr ausreichend gegen Krankheitserreger wehren kann. Dann treten schwere Infektionen und Erkrankungen wie z.B. bestimmte Krebserkrankungen auf.

Eine HIV-Infektion ist heute sehr gut behandelbar.

Mit einer HIV-Therapie sollte so früh wie möglich begonnen werden. So ist es möglich, die Schädigung des Immunsystems und AIDS zu vermeiden.

Aus diesem Grund ist ein HIV-Test immer dann sinnvoll, wenn man ein mögliches Risiko für eine HIV-Infektion hatte. Die Gesundheitsämter in NRW beraten Sie dazu gerne und bieten kostenlose und anonyme HIV-Tests an.

Übertragungswege


Im Vergleich zu anderen Krankheitserregern ist HIV relativ schwer übertragbar.

Das HI-Virus kann nur durch den Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten weitergegeben werden. Dazu muss das Virus über Schleimhäute oder offene Wunden in die Blutbahnen gelangen.

Ansteckende Körperflüssigkeiten sind:

  • Blut
  • Sperma
  • Scheidenflüssigkeit
  • Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut (Analsekret)
  • Muttermilch

Die meisten Menschen stecken sich bei ungeschütztem Vaginal- und Analsex an. Beim Sex mit dem Mund (Oralsex) besteht ein sehr geringes Risiko für eine HIV- Übertragung.

Weitere Übertragungswege sind:

  • gemeinsamer Gebrauch von Spritzen und Nadeln, z.B. beim Drogengebrauch
  • von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt und durch das Stillen

Eine Infektion mit einer anderen sexuell übertragbaren Infektion (STI) erhöht das Risiko, sich mit dem HI-Virus anzustecken.

Das HI-Virus kann in alltäglichen Situationen des Zusammenlebens und auch beim Umarmen, Küssen, Streicheln, durch Niesen oder Husten nicht übertragen werden.

Wie kann man sich schützen?


Ein sicherer Schutz vor einer HIV-Infektion ist die Verwendung von Kondomen beim Sex. Beim Oralsex schützt man sich gut, indem man darauf achtet, dass kein Blut oder Sperma in den Mund gelangt. Hier schützen Kondome oder Lecktücher aus Latex (Dental Dams).

Bei intravenösem Drogengebrauch sollten ausschließlich eigene Nadeln und Spritzen verwendet werden.

Um eine Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind zu verhindern, wird in der Schwangerschaft ein HIV-Test angeboten. Wird eine Infektion festgestellt, kann durch die Einnahme von HIV-Medikamenten die Übertragung auf das Kind während der Schwangerschaft und bei der Geburt verhindert werden.

Einen Schutz vor einer Infektion bietet auch die Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP). Um eine Ansteckung zu vermeiden, nehmen Menschen, die nicht HIV-positiv sind, vorsorglich HIV-Medikamente ein.


Gab es ein Risiko, sich bei einem HIV-positiven Menschen anzustecken, weil z.B. das Kondom gerissen ist, dann gibt es nachträglich die Möglichkeit, durch die Einnahme von HIV-Medikamenten (Post-Expositions-Prophylaxe = PEP) eine Ansteckung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu verhindern. Dies sollte möglichst innerhalb der ersten 24 Stunden erfolgen.

HIV-positive Menschen, die erfolgreich mit HIV-Medikamenten behandelt werden, sind nicht ansteckend. Dies wird als Schutz durch Therapie bezeichnet.

Untersuchungsmethoden


Eine Infektion mit dem HI-Virus kann durch eine spezielle Blutuntersuchung, den HIV-Test, festgestellt werden.

Behandlung


Eine HIV-Infektion kann heute mit Medikamenten gut behandelt werden, ist jedoch nicht heilbar. Bei rechtzeitiger Behandlung können Menschen mit HIV ein fast normales Leben führen und im Durchschnitt so lange leben wie Menschen ohne HIV.

Die AIDS-/STI-Beratungsstellen der Gesundheitsämter in NRW bieten anonyme und kostenlose Beratung und Tests zu HIV/AIDS an.